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Chevy Van Umbau Projekt

Auf unserem Urlaubsplan für das Jahr 2020 standen ursprünglich 2 Wochen Spanien! Durch die Coronakrise wurden unsere Flüge jedoch gecancelt, was uns dann eigentlich aber gelegen kam,.... denn geflogen wären wir aufgrund der Ausgangsbeschränkungen in Spanien so oder so nicht!

Also haben wir gedacht, wir könnten ja mit unserem Van ein paar Tage durch Deutschland fahren. Grundsätzlich eine tolle Idee, .....unsere Muskeln im Rücken haben uns nach den paar Nächten auf dem Klappbett aber eine eindeutige Botschaft gesendet! :-) Nach zwei Nächten im Van wussten wir, ...so NICHT! Wir müssen einiges umbauen um einen komfortablen Schlaf (und somit einen täglich funktionstüchtigen Körper) zu haben, Stauraum gegen das unglaubliche Chaos zu schaffen und nicht für jedes Hüngerchen einen Supermarkt oder ein Restaurant finden zu müssen. So haben wir während der Sommerferien mit unserem eigentlichen Spanien-Urlaubsgeld von ca. 1500 Euro unseren Chevy Van in einen Camper verwandelt!

Hier erstmal einige Grundinfos zu unserem Van:

 

Model: Chevy Van G10 Baujahr 1987

Motor: 5,0 Liter V8 mit 150 PS

 

Wir haben ca. 1 Jahr nach "unserem" Van gesucht, denn wir wollten unbedingt einen Low Top haben, da dieses Modell einfach kompakter und bulliger aussieht, wie wir finden. Ausserdem war uns ein LPG- Antrieb sehr wichtig, damit uns der Van nicht die Haare vom Kopp säuft ;-). Ledersitze sind auch nicht unbedingt unser Geschmack, also wollten wir einen Van mit coolen, alten Stoffsitzen finden. Eines abends war es dann soweit, eine Nachricht über einen neu gelisteten Chevy Van ging auf dem Handy ein! Ein Blick, ein Gedanke.....Daaaaaaas ist unser "Dickie"!  Verliebt, angerufen, hingefahren und mit ins neue zu Hause genommen. BÄÄÄÄM!

 

Heute wissen wir, das war ein goldenener Griff.

Frenchies Sondermodell Auflage: 1000 Autos.

Sonderlackierung Braun, Innenausstattung original. In unseren Augen wuuuunderschöööön! 

 

...Na guuuut,....die durchweg braune und plüschige Original Innenausstattung war erst mal ETWAS gewöhnungsbedürftig. Aber bekanntlich ist der Mensch ja ein Gewöhnungstier und nach der 1,5 stündigen Fahrt nach Hause hatten wir uns "eingelebt".  Nach den ersten Ausflügen mit Übernachtung mussten wir allerdings feststellen, dass man auf dieser wunderschönen plüschigen Pritsche NICHT wirklich gut schlafen kann....zu schmal, zu unbequem, wenn einer sich umdreht ist der andere sofort wach (und seeehr genervt). Wirklich dunkel konnte man es auch nicht machen,..also eigentlich eine Schlaf- Katastrophe!

Stauraum für what ever, war de facto nicht vorhanden. Also hausten wir zwei Tagen in einem total chaotischen Wäscheberg,...das Kind und der Hund waren mega begeistert,... Maren NICHT! Axel hat sich da eher seinem Schicksal ergeben und die Situation seeeehr geduldig ausgesessen. Auch (oder gerade) der Umstand, dass man sich nichts zu essen machen kann und auf Dauer nichts kühlen kann, war mehr als schlecht! Frühstück am Van ok, aber Kaffee musste man erstmal bekommen!!! Dann Mittags und abends ein vernünftiges Restaurant finden mit dem alle einverstanden sind,...das geht auf Dauer nicht gut. (So frei nach dem Motto, "Du bist eine Diva wenn du Hunger hast!") Also war schnell klar, dem geraden Familiensegen willens ist ein Umbau unausweichlich. Aber wie?

 

Dann ein Lichtblick;-) ...Axels Familie schenkte uns dieses super Buch:  

Van Life Kitchen von Jessica Lerchenmüller

 

(Noch mal ein riesen Dankeschön an euch ,Bärbel und Uwe!)

 

In diesem Buch sahen wir eine Küche im Heck eines Camper Van und wussten sofort, DAS IST VOLL UNSER DING!

Unsere Anforderungen waren ganz klar: Den Innenraum des Vans bestmöglich erhalten, ein festes Bett 140cm x 180cm, Stauraum für Wäsche, Lebensmittel und Equipment, Platz für Kind und Hund während der Fahrt und zum Schlafen, eine Küche im Heck des Wagens um ausreichend Platz zum Kochen zu haben und eine Zeit lang unabhängig von Strom und Wasser sein zu können. Nicht ganz sooo einfach, aber bestimmt hinzukriegen,...denn mal los!

Wir haben erst mal die hinteren Sitze ausgebaut und den Teppich rausgerissen (war jetzt nicht sooo Schade um den Teppich;-)

Auf den nun nackten Boden haben wir OSB Platten verlegt, auf die wir die neue Bettkonstruktion aus Kanthölzern aufgeschraubt haben. Den Rahmen für das Bett haben wir direkt auf die inneren Radabdeckungen gelegt, um eine gute Stabilität zu gewährleisten, nach vorne rutschen kann nichts und genügend Platz darunter für 2 grosse, flache IKEA Boxen haben wir auch. Darin findet unsere Wäsche Platz. Hinter die Boxen passt sogar noch mehr!  In den hinteren Bereich des Vans, in dem die Küche entstehen soll, passen vier IKEA Holzkisten für Küchenutensilien, Geschirr und Lebensmittel.

 

Da die Lautsprecher im Van irgendwie alle nicht mehr richtig funktionierten, haben wir kurzerhand alles ausgebaut und entschieden, dass wir später kleine Bluetooth Boxen verbauen, da wir die Musik eh über unsere Handy Playlisten abspielen.

 

Auch die Jalousien haben wir ausgebaut, weil Maren hier Vorhänge nähen wollte,  die den Van komplett abdunkeln. Ausserdem sehen Vorhänge auch gemütlicher aus, denken wir! 

Direkt hinter der letzen Fensterreihe haben wir eine isolierte Trennwand aus Nut- und Feder- Brettern gebaut um die Küche und das "Schlafzimmer" komplett voneinander zu trennen. Das Holz haben wir nur mit Leinölfirnis behandelt um den natürlichen Holz- Charakter zu erhalten. Das schafft eine richtig tolle und gemütliche Atmosphäre im Schlafbereich und die Gewissheit, dass keine Gerüche von Farbe, Lack oder vom Braten und Kochen im Innenbereich rumwabern.

Zu Hause kocht man ja auch nicht im Schlafzimmer ;-)  

Die Wand- und Deckenverkleidung aus braunem, samtartigem Stoff haben wir im Originalzustand gelassen. Denn trotz 33 Jahren auf dem Buckel , waren keinerlei Abnutzungsspuren zu sehen!

Die Liegefläche vom Bett besteht aus Buchenplatten. Damit wir die Unterbettboxen nicht immer komplett von vorne rausziehen müssen, wenn wir mal etwas brauchen, haben wir die vordere Platte mit Scharnieren versehen,... somit kann man sie einfach nach oben aufklappen. Super Sache! Ausserdem läuft unter dem Bett auch die Stromversorgung zusammen und unsere Werkzeugkiste findet hier Platz, da wir immer unser Zollwerkzeug dabei haben, falls mal eine Panne auftritt.

 

Im vorderen Bereich (quasi im Flur;-) haben wir einen Vinylboden in Holzoptik verlegt. Auf einen fest verklebtenTeppich haben wir hier bewusst verzichtet, FALLS der Hund mal mit Dreckpfoten ins Auto springt(....was NATÜRLICH noch  niiiiiiie vorgekommen ist!)

Hier noch einige sinnvolle Dinge die wir euch für euer Vanprojekt empfehlen


Als die Zwischenwand fertig war,(was ein bisschen kniffelig und somit auch zeitaufwendig war, da der Innenraum eine leicht bauchige Form hat), haben wir uns zwei Klapp- Matratzen eingepasst. An der Wand haben wir dann einen kleinen Spiegel mit Ablagemöglichkeiten angebracht, ein Utensilo für Lesestoff etc. aufgehängt und eine batteriebetriebene Lichterkette mit Lampions für gemütliches Licht angebracht. (Wir konnten das Kabel einfach unter die Abdeckung vom Stoffhimmel klemmen.)

Idealerweise sind genau über dem Spiegel die Lampen der alten Rückbank, ein perfektes Licht falls die Mädels sich mal schminken möchten.

 

Die Vorhänge hat Maren aus IKEA Bettwäsche genäht. Das Muster gefiel uns sehr gut und es gab den Stoff leider nicht als Meterware. Für die perfekte Verdunkelung hat sie als mittlere Schicht einen Verdunkelungsvorhang, ebenfalls von IKEA, eingenäht. Als Gardinenstangen konnten wir 1cm Rundhölzer in die alten Aufnahmen der Jalousien im Fensterrahmen einpassen.

 

Mit einer schönen Tagesdecke und passenden  Kissenbezügen wollten wir einen leicht orientalischen Touch in den Van bringen. Wir fühlen uns im neuen "Schlafzimmer" total wohl und durch die hölzerne Zwischenwand, gepaart mit dem plüschigen Himmel, bekommt alles eine super gemütliche und heimelige Atmosphäre. Milou schläft übrigens vorne auf einer separaten Matratze "im Flur" ,...zu dritt auf der Liegefläche wäre es dann doch zu eng! 

Die Holzbretter für den hinterenTeil der Zwischenwand, also für unsere Küche, haben wir vorher geflammt, abgebürstet und anschliessend mit Leinölfirnis behandelt,...sonst gibt´s immer rußige Finger. So haben wir einen tollen, rustikalen Look geschaffen. An der Wand finden Gewürzhalter, ein Handtuchhalter und diverse Aufbewahrungsmöglichkeiten Platz. Da ist der Deko- Fantasie kein Grenze gesetzt. Die Arbeitsfläche hat die perfekte Höhe um im Stehen zu schnibbeln und zu kochen. In den vier Holzkisten ist alles verstaut was man in der Küche so braucht.Wir haben die Vorderseiten der Kisten in verschiedenen Farbtönen gestrichen und bunte Keramik- Knaufe angebracht. Ergibt, wie wir finden, ein total schönes Bild! 

 

So,..jetzt ging es zur Einrichtung der Küche: Die Auswahl der Kochfelder hat uns etwas zur Verzweiflung gebracht, da wir farblich so ein Karibik-Blau im Kopf hatten...da waren wir auch wirklich nur schwerlich zu einem Kompromiss bereit :-). Bei unserer Online Recherche zu den Gaskochplatten haben wir folgende Farben en masse gefunden: Schwarz, hellschwarz , mittleres Schwarz, weiss, Dunkelweiss,Hellweiss,....ahja,..und schwarz! Blau gab´s auch noch ,..aber das Falsche ! :-) Ausserdem wollten wir ein Kartuschen- System,  damit wir nicht noch eine Gasflasche verstauen müssen...machte die Suche also NOCH komplizierter!  Unglaublich ,....aber fündig geworden sind wir durch Zufall tatsächlich im Action Markt im Ort, als wir einige Küchenutensilien für den Van gekauft haben! Hah...was sind wir Glückspilze! Südseeblaue Gaskocher!! Herrlich!! 

 

Wir können euch generell empfehlen, beim Action Markt nach Pfannen, Töpfen, Besteck und Geschirr fürs Campen zu schauen. 

Übrigens gibt es eine wirklich tolle und sinnvolle Liste für ein komplettes Van- Equipment im Buch "Van Life Kitchen". Wir haben diese Liste tatsächlich Schritt für Schritt abgehakt um alles an Bord zu haben, was man so braucht. Von der Wäscheleine bis zum Flaschenöffner,..alles aufgelistet!

 

Die erste Umbauphase bis Stand "so wie ihr es jetzt oben seht" hat eine Woche gedauert, von morgens bis spät abends stramm durch :-) Dann ging es endlich los auf unsere erste "Test- Fahrt" durch das wirklich wunderschöne Lahntal. Von Marburg bis Limburg über die Deutsche Fachwerkstrasse. Während der Tour zeigten sich dann doch noch einige Denkfehler, Zipperlein und Dinge, die wir schlicht vergessen haben...(zum Beispiel, dass es ja nun auch mal regnen kann unterwegs und das es sich in einer komplett NICHT überdachten Küche dann eher ungemütlich kochen lässt :-),..naja, und halt noch so ein zwei andere Kleinigkeiten!  Das zeigen wir euch dann im nächsten Beitrag zum Van Umbau...denn Fettich sind wa noch lange nüsch! 

 

Bis dahin...

Life is, what YOU make of it!!

 

Eure Kindzköppe, Axel, Maren und Milou

 

Fotos: Axel Zobel und Maren Zobel-Peter 

Text: Axel Zobel und Maren Zobel-Peter 

Wichtig Dinge für eure mobile Küche


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